Donnerstag, 1. März 2001

Eine Reise durch Namibia und Botswana

Obwohl es schon viele Reiseberichte im Internet gibt, habe ich mich nach Rückkehr aus unserem Urlaub entschlossen, unsere Reise, die uns u.a. nach Namibia und Botswana führte, in dieser Form fest zu halten. Diese Seiten sollen allen Afrikabegeisterten zur Information dienen, die als sogenannte "Selbstfahrer" mit einem Allradfahrzeug das südliche Afrika bereisen wollen und die Fehler vermeiden möchten, die Andere bereits begangen haben.
Unser besonderen Respekt gilt dabei den Motorradfahrern die wir auf unseren Touren getroffen haben.


Den ganzen Reisebericht können Sie hier als PDF laden

Folgende Route wollten wir vom 26. Februar bis zum 21. März 2001, also in rund 4 Wochen befahren:


Von Windhoek - nach einem Abstecker in den Etosha Nationalpark - über Gobabis zur Grenze von Botswana (Buitepos), dann weiter über Ghanzi nach Maun. Dieser etwa 850 km lange Abschnitt ist in zwei Tagen zu schaffen. Die Stecke ist, mit Ausnahme von etwa 100 km zwischen Ghanzi und Maun, geteert.
Eigentlich wollten wir dann durch das Okavangodelta und den Chobe Nationalpark zu den Victoria Wasserfällen (South Gate, 3rd Bridge, Xakanaka, Savuti, Linyanti, Kasane) und über Livingstone in Sambia, dem Hwange Nationalpark in Simbabwe und Nata wieder zurück nach Maun.
Leider machte uns die Regenzeit einen Strich durch diesen Plan und wir mußten umdisponieren. Die Strassen in einem Teil des Moremi Parks (Umgebung von Xakanaxa) waren immer noch ueberschwemmt und nicht befahrbar. Das heisst, seit ca. einem Jahr kann man nur die Third Bridge Campsite, South Gate (Maquwee), North Gate oder Khwai Campsite anfahren.
Die neue Route führte uns von Maun über den Nxai Pan NP durch Central Kalahari Desert über Ghanzi zurück nach Windhoek. Von dort über Rehoboth nach Sessriem/Sossus Vlei, Kuseb Pass, an den Atlantik nach Walvis Bay, Swakobmund, und Henties Bay. Danach wieder landeinwärts ins Damaraland, über Twyvelfontein, um das Brandbergmassiv nach Khorixas, weiter über Omaruru zurück nach Windhoek, alles in allem rund 5.600 km. Ohne den Garmin GPS III plus wären wir aufgeschmissen gewesen. Dank an Uli Weber.

Samstag, 24. Februar 2001 - Tag 1

Abflug am Abend von Frankfurt nach Windhoek mit Air Namibia. Über Hapag Lloyd je Ticket für 1289,61 DM. Leider mußten die Passagiere 3 Stunden in der Maschine (Boing 747-400) sitzen bevor es dann gegen Mitternacht los ging. Lufthansa hat die Flüge im Dezember 2000, vermutl. Mangels Rentabilität, eingestellt. Dadurch kommt es teilweise zu Überbuchungen bei Air Namibia! Aus verschiedenen Foren ist uns bekannt, dass es schon vor kam, dass etwa 100 Personen in Windhoek keinen Sitzplatz mehr in der Maschine bekamen.
Ankunft um die Mittagszeit in Windhoek, der internat. Flughafen liegt etwa 40 km außerhalb der Stadt. Transfer durch die Mietwagenfirma in das Tamboti-Guesthouse. Am Nachmittag Übernahme des Mietwagens nach ausgiebiger Einweisung. Abendessen im “Windhoek Brauhaus”.

Montag, 26. Februar 2001 - Tag 3

Lebensmitteleinkauf im Wernhill-Park. Abfahrt gegen 12 Uhr Richtung Norden in den Etoscha-NP. Auf den großen Hauptstraßen stadtauswärts sind ständige Kontrollpunkte der Polizei aufgebaut. Es empfiehlt sich daher darauf zu achten, dass Mann/Frau angeschnallt ist. Die etwa 600 km auf der B1 über Otjawarongo nach Okaukuejo sind in etwa 4,5 Stunden gut zu schaffen. Je weiter wir nach Norden kommen, desto dichter die Bewölkung. Regen und Gewitter am Abend (Sunset bereits um 19.25) und – keine Tiere am Wasserloch.

Dienstag, 27. Februar 2001 - Tag 4
Abfahrt kurz nach Sonnenaufgang ins etwa 70 km entfernte Camp “Halali”. Wir fuhren verschiedene sog. Loops und waren auf unseren Pirschfahrten erfolgreich: eine Gruppe Löwen, Schakale, Gnus, Oryxantilopen und viele viele Impalas. Übernachtung wieder im Okaukuejo Camp. Abends hatten wir Gewitter und viel Regen.
Mittwoch, 28. Februar 2001 - Tag 5

Erfolgreiche Pirschfahrt: ein Löwe, ein Spitzmaulnashorn, Steppenzebras, Streifenschakale, Giraffen, Kudus, Riesentrappen und viele viele andere Vögel.
Am Halali-Wasserloch nur wenig Tiere am Abend, dafür schleicht ein Schakal um unser Abendessen. In der Nacht starke Gewitter und viel Regen.
Donnerstag, 1. März 2001  - Tag 6
Abfahrt kurz nach Sonnenaufgang ins ebenfalls etwa 70 km entfernte Camp “Namutoni”.  Ein sehr schönes altes Fort aus der Kolonialzeit ebenfalls mit Wasserloch, jedoch waren kaum Tiere zu sehen. Dafür entdecken wir abends unweit des Camp nähe Dik-Dik-Drive eine Hyänenfamilie die nicht zu “überrichen” war... Regen und Gewitter am Abend.

Freitag, 2. März 2001 - Tag 7 
Abfahrt kurz nach Sonnenaufgang in den nördlichen Teil der Etoscha nach Andoni. Wir entdeckten vier Löwen, einen Leoparden, Giraffen, Zebras, Hyänen, Oryx, Kudus und – einen toten Elefanten auf dem ca 50 Geier und Marabus saßen, und sich über den Kadaver her machten. Aber weit und breit, wie schon in den letzten Tagen, keine lebenden Elefanten. Wir verliessen den Etoscha-NP gegen Mittag und fuhren wieder Richtung Süden auf der C38/B1 Richtung Waterberg Plateau Park. Die Bungalows sind sehr schön und größzügig. Der ganze Park ist einschließlich des traumhaften Swimmingpools, harmonisch eingebunden in die Natur mit herrlichen Ausblicken in die Ebene. Ideal zum Wandern und relaxen Voranmeldung insbesondere an Wochenenden empfohlen. Schöner Campingplatz ist ebenfalls vorhanden.
i Tanken im Camp möglich, 1 Liter 98 Oktan » 3,54 N$,  Kiosk, Kosten für Campside: durchaus erschwinglich
Samstag, 3. März 2001 - Tag 8
Eigentlich könnte man im Waterberg Plateau Park einen ganzen Urlaub verbringen, aber wir hatten anderes vor und fuhren daher weiter nach Windhoek. Nun hieß es  Lebensmittel bunkern für die nächsten 2 Wochen. Pick-and-Pay nach einer Woche Menschenleere  eine wahre Tortur! Wir fuhren auf der  B6 Richtung Gobabis, wo wir am Abend bei Welkom, auf einer Farm eines seltsamen “Düsseldorfers” übernachtet. Besonders ärgerte uns seine Prahlerei, vier Leoparden zu besitzen. Die armen Tiere  liefen ständig an dem viel zu kleinen Zaun auf und ab...
i Kosten für Campside: 90 N$, mit Abstand die teuerste Campsite die wir in Namibia bisher hatten.
Sonntag, 4. März 2001 - Tag 9
Um 7.00 Uhr fuhren wir los Richtung Maun und waren bereits um 8.00 Uhr schon an der Grenze nach Botswana. Der Grenzübertritt verlief trotz vielen Warnungen problemlos. Wir mußten lediglich Ein- und Ausreiseformulare ausfüllen und eine Einreisegebühr entrichten und da wir nichts zu verzollen hatten konnten wir das Immigrationoffice nach 10 min. wieder verlassen.
Für die 520 Km nach Maun benötigten wir gut 7 Stunden da fast die ganze Strecke geteert ist. In Maun angekommen, tankten wir erst einmal voll, so daß wir, Dank Zusatztank,  200 Liter Treibstoff an Bord hatten.
Wir übernachteten im Audi Camp etwas außerhalb der Stadt. Den Tip hatten wir aus dem Shell-Führer entnommen.
Das Audicamp ist mit vielen Bäumen und einem Swimmingpool sehr idyllisch angelgt. Die Waschräume sind sauber und heiß duschen ist möglich.
i Kosten für Campside: 20 Pula pro Person und Nacht und ist somit wirklich angemessen. Ab 50 Pula kann man mit Kreditkarte bezahlen.
Es gibt eine Bar in der man auch Kleinigkeiten wie Omelette zu vernünftigen Preisen erhält. Hier treffen wir auf eine amerikanische Familie die mit ihren beiden Kindern in einem umgebauten Landrover durch Afrika fahren. Die Reise kann jedermann unter www.reachingbeyondborders.com im Internet verfolgen, einmal in der Woche gibt es ein update, sofern die Vier einen Telefonanschluß für ihren Laptop finden.
Maun
Von Maun sagt man, das man sein Auto nicht unbeaufsichtigt lassen sollte da oft eingebrochen wird. Maun ist nach Gaborone die zweitgrößte Stadt in Botswana.
Einkaufen ist kein Problem. Es ist alles erhältlich z.B. im Ngami-Center, die Preise sind jedoch etwas höher als in Namibia; einzig und allein das Benzin ist mit 85Pf/Liter sehr güntig.
Geld abheben mit der Kreditkarte kann zur Geduldsprobe werden:  wir warteten eine Stunde in der Bank bis wir unsere Pula erhalten. Das liegt daran dass die Kreditkarte überprüft und dafür extra in Deutschland angerufen wird. Besser ist es an einen ATM (Automatic Teller Machine), wir würden Bankomat sagen, zu gehen, z.B. Barclays die bis zu 5000 Pula ausbezahlen. Bei der First National Bank ATM sind nur bis zu 1000 Pular möglich.
In Maun sitzt auch das Office for Wildlife Reservation in der Kubu Str. Nicht ganz einfach zu finden, direkt hinter dem Polizeigebäude. Dort kann man die Übernachtungen für alle NP buchen oder auch Umbuchungen vornehmen. Buchungen sind auch von Deutschland per Fax +267-661-264 oder per eMail an dwnp@gov.bw Bezahlt wird bei Ankunft  in den Parks.
Kreditkarte wird sowohl in den Supermärkten als auch bei den größeren Tankstellen genommen.
Moremi Park
Wer den Moremi Park betritt unternimmt alles “on his own risk” das heißt man darf von den Parkangestellten keinerlei Hilfe erwarten. Wer stecken bleibt, eine Panne hat, zu wenig zu Essen oder zu wenig Wasser hat, der kann nur auf Hilfe von Gleichgesinnten hoffen oder beten.
Es gibt in den Parks keine Möglichkeit Essen oder Trinken zu kaufen, zu tanken oder zu telefonieren. In der Regenzeit sind viele Brücken überschwemmt und daher nicht befahrbar, die Straßen sind gespickt mit vielen zum Teil tiefen Wasserlöchern.
Es gibt oft Tiefsand der Fahrpraxis, Können und Geduld erfordert.
Die Campsites sind nicht umzäunt im besten Fall gibt es eine Toilette und eine Dusche. Man sucht sich einen geeigneten Platz unter einem Baum und macht sich seine eigene Feuerstelle.

Montag, 5. März 2001 - Tag 10
Mit vollem Tank und voller Geldbörse fuhren wir um 11 Uhr ab. Die Straße nach Shorobe ist noch geteert, dann Schotter- bzw. Sandpiste bis zum South Gate. Etwa 20 km vor dem Gate sehen wir noch eine kleine Gruppe Elefanten. Am Gate die üblichen Formalitäten (Formulare ausfüllen, registrieren und bezahlen). Aus den Büchern entnehmen wir, das vor uns ein Fahrzeug mit 4 Personen (zwei Namibianer, eine Deutsche und ein Engländer) das Gate passierte. Davor das letzte Mal vor 3 Tagen. Das bedeutet das sich kaum mehr als 6 Personen im Park befinden, einem Gebiet das in etwa der größe der Schweiz entspricht.
i Wir bezahlen: 120 Pular/Tag/Person für Park Entry, 30 Pular Camping Fee/Night und 50 Pular Vehicle Fee/Day.
Kurz nach dem Gate schon das erste tiefe Wasserloch. Wir fahren durch das übel stinkende, schwarze Wasser und entschließen uns ab jetzt mit Allradantrieb zu fahren.
Es beginnt zu regnen und wir kommen nur langsam voran. Immer wieder zum Teil tiefe Wasserlöcher die bis zum Trittbrett heran reichen, nur selten gibt es Möglichkeiten die Löcher zu umfahren. Nach etwa einer Stunde hört es auf zu regnen. Ein Landrover kommt uns entgegen, bisher das einzige Fahrzeug weit und breit. Der Mann erzählt uns, das er soeben ein anderes Fahrzeug aus dem Matsch gezogen hat, weil der Fahrer versucht hat, um ein Wasserloch herum zu fahren. Wir sollen also immer schön mitten durch, da der Untergrund am Rand oft weich ist und das Fahrzeug dann schräg liegt und einsinkt! Nach ca. 15 Minuten finden wir die Vierergruppe die gerade wieder starten möchte. Wir entschließen uns ab jetzt mit Wessel Benadé, Vera, Martin und Mike zusammen zu fahren. Da wir das Fahrzeug mit der geringeren Zuladung haben, fahren wir voraus. Das Verfolgerfahrzeug nutzt die von uns leergefahrenen Wasserlöcher und wir erreichen gegen 17 Uhr die 3rd Bridge. Es ist jedoch nicht möglich die Brücke zu passieren, da mitten in der Spur neun Löwen, vollgefressen ihren Mittagsschlaf halten. Den Boss der Truppe finden wir in einem nahe gelegenen Gebüsch. Wir warten also, fotografieren ausgiebig und entschließen uns dann nach etwa 30 Minuten die Löwengruppe irgendwie zu umfahren. Wir erreichen die Brücke und stoppen am Schild mit der Aufschrift “DANGER - Beware of Crocodiles”.

Doch die Brücke macht keineswegs einen vertrauenserweckenden Eindruck und Mike entschließt sich die Brücke zu Fuß zu erkunden. Die “Planken” stehen nahezu komplett unter Wasser. Mike winkt uns und wir fahren hinüber. Die Campsite auf der anderen Seite entspricht nicht unseren Wünschen. Die Andere, in der Nähe der Löwen war übersichtlicher. Also zurück - über die Brücke. Wir machen etwa 200 Meter weiter unter einer Baumgruppe halt, immer die Löwen in Sichtweite. Hier schlagen wir unser Lager auf. In einer alten Hütte, in der es von Spinnen und Fledermäusen wimmelt, gibt es so etwas wie Toiletten und Duschen. Es gibt genügend Brennholz und so wird es ein gemütlicher Abend an einem großen Lagerfeuer, daß wir die ganze Nacht brennen lassen. Man hört das Brüllen von Löwen und Hyänen bis zum Morgengrauen.

Dienstag, 6. März 2001 - Tag 11



v.l.n.r. Wessel, Martin, Monika, Mike








Wessel stellt am nächsten Morgen fest, dass Hyänen versucht haben eine Kühlbox aufzubeisen. Der Himmel ist wolkenverhangen. Wir packen zusammen und wollen weiter nach Xakanaxa. Wir überqueren erneut die Brücke. Es beginnt heftig zu regnen und instinktiv wird uns allen klar, das der Fluß rasend schnell ansteigen wird. Wir wissen nicht was vor uns noch kommt, aber wir wissen das wir, wenn wir nicht umkehren, nicht mehr über die Brücke kommen. Der Entschluß ist also schnell gefaßt und tatsächlich die Planken sind nicht mehr zu sehen, die Strömung hat deutlich zugenommen, wir wagen es trotzdem. Wir bleiben bei unserem Lager und sind damit beschäftigt, das Feuer mit einem großen Segeltuch zu Schützen, einen Graben um die Feuerstelle zu graben und Brennholz heran zu schaffen...
Mittwoch, 7. März 2001 - Tag 12
Wir sehen ein, dass ein Durchqueren des Moremi Parks während der Regenzeit nicht möglich bzw. leichtsinnig ist und entschließen uns nach Maun zurück zu fahren. Während der Rückfahrt verrutscht im Nissan die Ladung und unsere Heckscheibe zerbricht. Sie wird notdürftig repariert wird. Dadurch kommen wir erst um 11:30 Uhr am South Gate an. Die Ranger sind gnadenlos. Wer nach 11 Uhr kommt muß den Tag voll bezahlen. Wir hatten einen Glasschaden und bleiben deshalb verschont. Unsere treuen Freunde und Helfer trifft es dafür hart. Beim Verlassen des Parks fällt uns dann auf daß wir auch noch unser Nummernschild verloren haben - den neuen Spitznamen habe wir gleich weg - Numberplate Looser.
Wir kehren zurück nach Maun, bunkern Lebensmittel und Getränke und buchen die neue Route im Reservation Office. Wir übernachtet wieder im Audi Camp. Auf dem Weg dort hin liegt an der Staße das Seda-Hotel und ein Internet-Cafe. Für 15 Pular kann man dort 30 Minuten surfen bzw. E-Mails senden, sofern die Telefonleitung funktioniert...
Am Abend ziehen wieder heftige Gewitter von allen Seiten auf. Wir sind wieder gezwungen das Feuer mit der Plane zu schützen und es ist kühl und alles andere als gemütlich, aber wir sind alle unheimlich froh, aus dem Moremi Park heil und unversehrt zurück zu sein. Und wir sind uns einig, daß wir bei diesen Wassermassen, dort in den nächsten 3 Wochen nicht heraus gekommen wären.





Donnerstag, 8. März 2001 Tag 13

Diesmal hatten unsere Freunde das Problem Geld zu bekommen und so starteten wir erst um 10.15 auf der A3 nach Nxai-Pan. Die 130 km Teerstraße sind gut zu fahren und auch die 18 km nach dem Abzweig zum Gate machten uns keine Mühe.

Etwas Zeit verloren wir an der Veterenärien Kontrolle, da der Beamte sehr genau war und unseren ganzen Kühlschrank nach Wurst und Fleisch durchsucht hat. Es gilt ein Einfuhrverbot in Quarantäne Gebieten. Wir hatten jedoch nichts dabei und somit keine weiteren Probleme. Nxai-Pan erreichten wir am frühen Nachmittag .

Kaum angekommen gab es wieder ein Gewitter und es sollte nicht das Letzte sein an diesem Tag. Wir bauten die Zelte gleich auf, da sie vom Vortag immer noch feucht waren.

Auf der anschließenden Gametour waren wir gar nicht erfolgreich - ein paar Huftiere und ein Elefant, aber alle Tiere in sehr weiter Entfernung .

Zurück im Camp wollten wir Feuer machen und grillen, doch dazu kam es nicht, denn die nächsten Unwetter nahten schon und es sah gar nicht gut aus.

Spontan und einfallsreich wie wir waren, schleppten wir kurzer Hand alles nötige auf die Toilette und fingen an zu kochen. Wir dachten es hört bestimmt bald auf und dann können wir draußen essen.

Eigentlich hatten die Ranger, die kurz vor dem Unwetter da waren, uns Wasser versprochen. Doch die Pumpe war überschwemmt und nicht in Gang zu bekommen, aber für uns auch kein Problem, wir hatten ja noch 200 Liter in unseren Kanistern.

Die Gewitter dauerten geschlagene 4 Stunden. Als wir aus der Toilette kamen war wir zwar satt, dafür war das ganze Camp überschwemmt. Die Zelte standen mitten im Wasser, das an machen Stellen fast Knie hoch war. Die Zelte wurden an einen trockenen Standort versetzt und wir gingen erschöpft schlafen.

Freitag, 9. März 2001 Tag 14

Am nächsten Morgen hatten wir endgültig die Nase voll von Regen und wir beschlossen Richtung Süden zu fahren. Ziel war Deception Valley, Central Kalahari Desert - aber nicht ohne vorher einen Abstecher bei "Baines Baobabs" (GPS: S 20º 06'721, E 24º 46'127) zu machen. Ein lohnender Abstecher zur riesigen Affenbrotbäumen mit beträchtlichem Umfang.

Die letzte Möglichkeit aufzutanken gab es in dem kleinen Ort Rakops. Dort machten wir nochmal alle Tanks und Kanister voll, per Handkurbel, eine schweißtreibende Angelegenheit. Angeblich soll diese Shelltankstelle geschlossen werden...

Noch einen kurzen Besuch im Krankenhaus von Rakops - wir waren überrascht über die gute Ausstattung. Ein Arzt aus Äthiopien führte uns durchs Haus.

Schnell zurück zu unseren Freunden die schon ungeduldig warteten, schließlich hatten wir noch eine ordentliche Strecke vor uns. Die Piste Richtung Gate war nicht einfach zu finden, am Besten den GPS-Punkt S 21º 0'407, E 24 º 00'445 ansteuern. Die Piste ist sandig, geht immer leicht bergauf und wir kommen nur langsam voran. Am Gate hatten wir auch nochmal die Gelegenheit alle Wasserkanister aufzufüllen und eine "Dusche" zu nehmen. Es ist ein heißer Tag und wir erreichen eine wunderschöne Campsite und genießen erneut Wessels "Pot with Chicken".

Samstag, 10. März 2001 Tag 15

Heute ist Relaxtag angesagt, also Gamedrive. War nicht sehr erfolgreich, wir sind halt einfach verwöhnt.


Sonntag, 11. März 2001 - Tag 16

Heute wollen wir eigentlich nur eine relativ kurze Strecke weiterfahren, das Ziel ist Pipers Pan (GPS: S 21º 46'692, E 23º 12'482). 78 km in etwa 3 Stunden. Wir erreichen das nächste Lager um die Mittagszeit und machen uns Mittagessen. Es ist das erste Mal schwer, ausreichend Holz zu finden. Eine Schlechwetterfront zieht heran und Sturm zieht auf. Wir haben einfach kein Glück mit dem Wetter. Wir beschließen uns zu trennen. Gegen 16 Uhr fahren wir allein weiter nach Xade (GPS: S 22º 20'368, E 23º 00'474). Auch hier kommen wir nur langsam voran. Tiefer Sand macht das Fahren nicht einfach. Immer wieder schaukeln wir mit unserem Nissan auf und das hinten unten angebrachte Reserverad hat immer wieder Bodenkontakt. Wir erreichen Xade bei Sonnenuntergang um 18:30 Uhr. Schnell machen wir ein Feuer und uns etwas zu essen und dann ab ins Zelt.


Montag, 12. März 2001 - Tag 17
Das heutige Tagesziel ist Windhoek. Wir wollen die Heckscheibe reparieren lassen und die Reserveradaufhängung. Für die insgesamt etwa 620 km benötigen wir 8,5 Stunden. Für die etwa 140 km von Xade nach Ghanzi benötigen wir allein schon fast 4 Stunden wegen tiefem Sand, teilweise fahren wir nur 25 km/h. Ein Gate aus dem Park heraus finden wir nicht, wir sind plötzlich draußen. Wir machen kaum Pause, telefonieren in Ghanzi mit unserem Mietwagenvermieter - alles klar, morgen wird die Heckscheibe repariert. Grenzübertritt ohne Probleme, allerdings Tanken wir alles nochmal randvoll, auch die 5 Liter Wasserkanister aus dem Supermarkt. So schnell kommen wir nicht mehr an preiswerten Treibstoff.
Wir übernachten am Abend bei Woodway Camper & Hire nahe dem Flughafen in Windhoek und gehen Abendessen.
Dienstag, 13. März 2001 - Tag 18
Während unser Nissan in der Werkstatt ist, gehen wir wieder Lebensmittel für die nächste Etappe einkaufen. Wir fahren gegen 14:30 Uhr Richtung Süden nach Rehoboth, weiter nach Nauchas und übernachten bei "Mirindas Veranda" (GPS: S 23º 39'030, E 16º 17'661)
i Kosten für Campside: 70 N$

Mittwoch, 14. März 2001 - Tag 19



Tagesziel ist Sessriem das wir gegen Mittag nach ca. 4 Stunden Fahrt erreichen. Um nach Sossusvlei zu fahren ist es jetzt zu spät und - zu heiß. Wir gehen im nahe gelegenen Canyon baden. Von den Schlangen die es in dem Canyon geben soll haben wir keine gesehen. Wir campen "wild" etwa 12 km vor Sessriem an einem Parkplatz und erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Donnerstag, 15. März 2001 - Tag 20
Wir stehen um 6:50 Uhr am Gate und bald steht eine Schlange wartender Fahrzeuge hinter uns. Zu meinem Schrecken stelle ich fest, das die Straße vom Gate bis Sossusvlei geteert ist. Bei meinem letzten Besuch 1997 war es noch eine Schotterpiste. Auf einer geteerten Straße kann man mit dem Bus eben mehr Touristen zwischen Gate und Sossusvlei transportieren...
Wir fahren gegen Mittag weiter nach Walvis Bay und wären beinahe von der kurvenreichen Schotterstraße beim Kuseb Pass abgekommen, nochmal Glück gehabt!
Die Hafenstadt Walvis Bay erreichen wir gegen 15 Uhr, wir fahren aber gleich weiter Richtung Swakopmund und bleiben auf einem (richtigen) Campingplatz.
i Kosten 57 N$ Eintritt und 6,90 N$/Person.
Freitag, 16. März 2001 - Tag 21
Mal ausgeschlafen und nach dem Frühstück nach Swakopmund zum Bummeln.

Samstag, 17. März 2001 - Tag 22

Wir wollen uns mit Vera, Wessel, Martin und Mike in Henties Bay treffen und fahren entlang der Küste Richtung Norden. Wir machen Halt bei Cape Cross vo es Tausende von Seelöwen gibt. Wir treffen unsere Freunde aber nicht an; Sie sind zum Angeln bei "Mile 108". Auch hier haben wir kein Glück, die Zelte sind verlassen. Das Wetter ist trüb hier am Atlantik und kühl. Wir beschließen über D2303 ins Landesinnere zu fahren und stoßen eher zufällig auf das Rhino Camp (GPS: S 20º 57'803, E 14º 07'881). Hier gefällt es uns - auch deshalb, weil weit und breit kein Tourist zu sehen ist. Später treffen wir noch Tillmann, einen deutscher Arzt der schon of in Namibia war und uns nützlich Tipps für den nächsten Tag gibt.

Sonntag, 18. März 2001 - Tag 23
Wir fahren um das Brandbergmassiv nach "White Lady", dort gibt es Felsmalereien. Wir haben gehört das es im Ugab River seltene und scheue Elefanten gibt und fahren, wieder mit Allrad, das ausgetrocknete Flußbett hinauf, müssen dann aber nach etwa 10 km aufgeben, da der Untergrund matschig wird. Wir fahren das Flußbett zurück und treffen auf ein Camp das gerade im entstehen ist, das Ugab River Camp. Weiter gehts über Sorris Sorris nach Twyfelfontein und wir wünschen uns, wir wären im Besitz einer Detailkarte! Wir campen "wild" irgendwo vor Twyfelfontein.
Montag, 19. März 2001 - Tag 24
Langsam müssen wir unsere Rückfahrt nach Windhoek planen, denn wir gedenken noch eine "Relax-Woche" in Südafrika dran zuhängen. So fahren wir über kleine Straßen nach Khorixas, Omatjette, weiter nach Omaruru und Karibib. Die restliche Strecke ist gut geteert und wir erreichen am Dienstag Windhoek, wo wir erneut im Tamboti-Guesthouse übernachten.  Die Wagenübergabe verläuft problemlos und - von unserem Glasbruch und dem verlorenen Nummernschild abgesehen - ist Krisztina erstaunt darüber das der Wagen unversehrt zurück gegeben wird. Wir allerdings auch... Unser Weiterflug nach Kapstadt ist am Mittwoch Vormittag.

Empfehlungen

Wir hatten uns für den deutschen Mietwagenanbieter Adozu in Windhoek entschieden mit dem wir sehr zufrieden waren und auch weiter empfehlen können. Alle eMailanfragen wurden innerhalb kurzer Zeit vollständig beantwortet. Für die tolle Organisation unseren Dank an Krisztina Hovari und Tina Stührenberg.
Für 560 N$ pro Tag stand uns ein Nissan V6 3.0 mit Allradantrieb und Dachzelt zu Verfügung. Sicher kann man 4x4 Fahrzeuge auch noch preiswerter bekommen. Wir raten aber nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern was im Preis alles inbegriffen ist und ob Stornogebühren erhoben werden und Mindestmietzeiten beachtet werden müßen. Ferner sollte man sich erkundigen ob Gebühren für den zweiten Fahrer erhoben werden und welche Länder man mit dem Fahrzeug bereisen darf. Flughafentransfer war bei Adozu obligat, ebenso Kreditkartenzahlung.
Die Campingausrüstung für 2 Personen schließt folgendes ein:
Matratze, Schlafsäcke, Stühle, Tisch, Gaslampe und Kocher, zwei Gasflaschen, Grillrost, zwei Wasserkanister a´40 l, zwei Benzinkanister a´20 l, Starterkabel, Handpumpe, 12V Lampe, Spaten, 12V Kühl/-Gefriertruhe mit 80 l Faßungsvermögen, zweiten Ersatzreifen, Ersatzbatterie, Abschleppseil, Werkzeugkiste.
1. Küchenkiste inkl. Besteck, Geschirr, Büchsenöffner, Korkenzieher, scharfe Messer, Thermosflasche, Filter, Handtücher, Tupperware Satz, Holzbrett, Waschschüssel, Wäscheleine.

2. Küchenkiste inkl. Töpfe und Pfanne

3. Küchenkiste zum Verstauen.

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