Montag, 15. Juli 2002

Safari durch die Nationalparks von Tansania

Zufahrt zum Tarangire Nationalpark


Von Arusha aus bieten sich Besuche des Lake Manyara und Tarangire Nationalparkes sowie des Ngorongoro-Kraters an, ein Besuch der Serengeti bedarf mehr Zeit. Die Parks dürfen nur mit (geländegängigen) Fahrzeugen und dazugehörenden lizenzierten Fahrern befahren werden. Aussteigen ist strengstens verboten und nur an ausgewiesenen Picknickplätzen möglich. Die Öffnungszeiten der Parks sind zu beachten. Je nach Park liegen sündhaft teure Lodges im oder außerhalb des Geländes, in der Regel immer landschaftlich schön gelegen mit Tierbeobachtungsmöglichkeiten. In Parknähe gibt es auch preisgünstigere Campsites. Am Lake Manyara und Tarangire Park Vorsicht wegen Malaria, uns plagten aber mehr die Tsetse-Fliegen. Die Mannigfaltigkeit der Tierwelt ist überwältigend. In einigen Parks gibt es hinsichtlich der Tierdichte saisonale Unterschiede zu beachten je nach vorhandenem Trinkwasser.
14.7.02 - 17. Tag Fahrt Arusha – Makuyuni – Mto Wa Mbu  -  Lake Manyara-Hotel
Unser Fahrer Max fährt ungewöhnlich vorsichtig. In Makuyuni verlassen wir die Hauptstraße nach Dodoma und gelangen auf eine Riesenbaustelle. Die ehemalige Piste zu den großen Nationalparks wird gerade mit japanischer Finanzhilfe zu einer großen asphaltieren Straße ausgebaut. Staub überall. Nach knapp 3 Std. sind wir in Mto Wa Mbu – von uns in Tohu-wa-bohu umgetauft wegen Baustellenchaos. Im Dorf gibt es rote Bananen, schmecken sehr süß mit orangefarbenen Fruchtfleisch. Der Ort liegt am Eingang des Nationalparkes direkt am Fuß des ostafrikanischen Grabenbruches. Über das Dorf sind die Störche hergefallen. Die Bäume sind weiß von Vögeln, überall klappert es. Wir fahren zuerst über steile Serpentinen die Lake Manyara Logdge an, die traumhaft ca. 600 m über dem Park oben am Rand des Grabenbruches liegt. Die Lodge bietet etwas in die Jahre gekommenen Luxus an mit standardisierter Touristenkost. Dafür ist die Gartenanlage klasse. In der Mittagshitze sitzen wir auf dem riesigen Aussichtsbalkon und schauen mit Ferngläsern und bloßen Augen hinunter zum Park und zum See. Es wimmelt von Tieren. Im Garten kommt die Tierwelt zu uns in Form einer Pavianherde. Deshalb also im Hotel immer die Fenster geschlossen halten. Nachmittags Game Drive im Park (Eintritt 25 $ pro Person/Tag, Fahrzeug extra). Für die erste Fahrt sehr gute Ausbeute: Elefanten, Antilopen, Warzenschweine, Affen, Büffel, Gnus, Zebras, Nilpferde, Vögel in allen Variationen und vieles mehr. Mit den Fahrzeugen kommt man bis auf wenige Meter an die Tiere heran. Die berühmten Baumlöwen sehen wir nicht. Landschaftlich ist der Park am Fuß des fast 600 m fast senkrecht aufsteigenden Grabenbruchs und dem flachen See wunderschön gelegen. Die meisten Tiere halten sich in Seenähe auf. In der Dämmerung zurück zur Lodge. Da wir in der kältesten und trockensten Jahreszeit unterwegs sind, spielt das Fliegenproblem keine große Rolle. Sicherheitshalber benützen wir dennoch nachts die Moskitonetze.





15.7.02 - 18. Tag
Lake Manyara – Ngorongoro Krater. Wilde Straße, ca. 2:30 Stunden
Überpünktlich steht Max zur Weiterfahrt an den Ngorongoro Krater bereit. Es ist nebelig trüb und nasskalt. Auf abenteuerlich kurviger Piste fahren wir durch fruchtbares, landwirtschaftlich intensiv genutztes Farmland aufwärts zur Regenwaldregion des ehemaligen Ngorongoro-Vulkans. Im Nieselregen passieren wir das Nationalpark-Gate und fahren hinauf zum Kraterrand auf 2.300 m Höhe. Der Nebel löst sich auf und vom Kraterrand sehen wir hinab in den Krater, der eine Fläche von 16 x 20 km umfasst. Wo das Auge hinblickt, Tiere! Die Talsohle liegt ca. 600 m unter uns. Im Zentrum liegt der Lake Magadi, ein flacher natronhaltiger See,  Aufenthaltsort für Tausende von Flamingos – der See schimmert rosa. Über steile Serpentinen gelangt man im Einbahnstraßensystem in den Krater. Je nach Jahreszeit werden bis zu 30.000 Großtiere gezählt. Wir fahren durch riesige Zebra-, Antilopen- und Gnuherden, beobachten Tüpfelhyänen und Löwen, die vollgefressen in der Sonne dösen. Elefantenbullen leben in einem kleinen Akazienwäldchen. Giraffen gibt es im Krater nicht. Dank langjähriger Erfahrung von Max, der das Verhalten von Nashörnern gut kennt, sehen wir ein Spitzmaulnashorn mit Nachwuchs – leider sind diese Tiere sehr durch Wilderei bedroht. In China werden für die Hörner Spitzenpreise erzielt, da sie gemahlen als Aphrodisiakum Verwendung finden. An einem extra ausgewiesenen Picknickplatz ist Aussteigen erlaubt – dort kumulieren um die Mittagszeit bis zu 30 Jeeps. Achtung beim Verzehr des Lunchpakets: dieses muss gegen die über dem Lunchplatz kreisenden Milane verteidigt werden. Wir sahen Szenen, die an Hitchcock´s Vögel erinnerten. Am Abend dieses unglaublich eindrucksvollen Tages ist klar, warum der Ngorongoro Krater als Garten Eden bezeichnet wird. Seit 1978 ist er Weltkulturerbe der UNESCO. Übernachtet wird in Lodges, die alle oben am Kraterrand mit schönen Tiefblicken liegen. Wieder sind es relative Luxusschuppen, völlig überteuert. Wir steigen in der Wildlife Lodge ab. In der Höhe wird es hier nachts ziemlich kühl. Von der großzügig angekündigten Heizung ist nichts zu sehen, geschweige denn zu spüren. Lediglich in der überdimensionalen Hotelhalle flackert ein Kaminfeuer. Es ist der einzig gemütliche Ort in der Lodge.






16.7.02 - 19. Tag
Rückfahrt Ngorongoro Krater – Tarangire Nationalpark,  Fahrzeit ca. 4 Std.
Lange, nervig staubige Rückfahrt durch die Riesenbaustelle zur Hauptstraße nach Dodoma, auf der noch 1 Std. weiter bis zum Gate des Tarangire Parks. Die von uns angesteuerte Safari-Lodge liegt im Park. Schon auf dem Weg dorthin fahren wir durch Zebra- und Gnuherden und sehen Giraffen. Der Park ist berühmt für seine schönen Baobabs (Affenbrotbäume). Die Safari-Lodge hebt sich deutlich von den übrigen Quartieren ab. Sie ist urgemütlich, wir schlafen in großen, fest installierten Zelt-Häuschen mit Nasszellen. Von der Terrasse bietet sich ein einzigartiger Blick auf den das ganze Jahr über Wasser führenden Tarangire-Fluss. Um die Mittagszeit zählen wir dort über 50 Elefanten, denen man beim Baden zuschauern kann. Im Schatten aller Schirmakazien stehen Antilopen und Zebras. Am Nachmittag starten wir wieder zu einer überaus erfolgreichen Pirschfahrt. Besonders beeindruckt hat uns der Kampf zweier Giraffenbullen um ein Weibchen. Auch die Elefantendichte ist beeindruckend, es sind sehr viele Jungtiere darunter. Abends nehmen wir bei erstmals lauen Temperaturen und einem Gläschen Wein Abschied von Afrika. Wir werden fast sentimental in Anbetracht der Erlebnisse der letzten 3 Wochen. Morgen früh wollen wir vor dem Frühstück nochmals auf Pirschfahrt, nachmittags müssen wir den Heimweg antreten.
17.7.02 - 20. Tag
Vormittags Safari Tarangire, nachmittags Rückfahrt nach Arusha, abends Transfer zum Kilimandscharo-Airport
Nachts hören wir immer wieder Löwen brüllen. Da in der Dämmerung besonders viele Tiere aktiv sein sollen, brechen wir ohne Frühstück kurz nach 6 Uhr auf zur Morgenpirsch. Mit offenem Verdeck ist es ziemlich kalt und bis auf einen Löwen, der auf der Straße herumtrottet, sehen wir wenig. Unglaublich, wo sich die Tiere überall verstecken können. Zum Auftauen und zum Frühstück geht es zurück zur Lodge. Max hat inzwischen die Buschtrommeln befragt und tatsächlich etwas über den Aufenthaltsort von Leoparden erfahren. Er packt uns gleich wieder ins Auto und fährt zielstrebig durch den Park. Tatsächlich stehen da mindestens 5 Jeeps – wo so viele Jeeps auf einem Haufen stehen, muss doch was sein. Und ob – da tummeln sich in einem nahegelegenen Baobab 2 Leoparden, die wir beim Liebesspiel beobachten können. Damit haben wir sie doch noch alle gesehen, die "big five of africa": Elefant, Leopard, Büffel, Löwe und Nashorn. Langsam geht es ans Abschied nehmen. Bis 12 Uhr müssen wir den Park verlassen, nutzen aber die noch verbleibende Zeit mit Herumfahren.
Rückfahrt nach Arusha zum Hotel Impala. Ein Hotelzimmer wird uns zum Duschen und Packen zu Verfügung gestellt.
Um 18 Uhr holt uns Max ein letztes Mal ab und fährt uns zum Kilimandscharo-International-Airport. Dann folgt das übliche "hanging around" auf Flughäfen und im Flugzeug auf einem langen Weg heimwärts. Rückflug mit KLM nachts über Dar es Salaam nach Amsterdam, wo wir am folgenden Morgen müde aber mehr als zufrieden ankommen.

Flattr this blog

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...